Troy Roberts – Empfehlungen – The Eddy – Dave Douglas – Dave Glasser

Wer sich über die sich ankündende Neuaufnahme der Einstürzendende Neubauten aufregt, hat ja noch die Chance, ganz weit zurückzubeamen – hier hat einmal mehr Henry ganze Arbeit geleistet: SPEZIAL zu ZOVIET FRANCE – außerdem im Programm – zum Thema Jazz und Demokratie – ausbaufähig.

Empfehlungen:

Troy Roberts – Stuff I heard – feiner Bebop

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Two-time Grammy nominated Australian saxophonist & composer Troy Roberts is based in New York City, maintaining a busy performance & recording schedule around the globe with some of the greatest jazz artists of today, and is currently celebrating his 11th release, ‚Days Like These‘

The Eddy  – eine Serie / drei Sichten:

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Und gleich wieder die ach so Geschulten: Alles wäre noch superer wäre es nicht so bräsig durch all die komplizierten Menschen, gefilmt durch die Handkamera – wenn ich das so lese, insbesondere in der FAZ, wo offenbar mit sehr viel Ressentiment (oder zu hoher Erwartung) an die Sache rangetreten wird und die ach so bekannte Bräsigkeit einmal mehr Stimme bekommt – und alles zusammengestrichen nur den einen Satz erlaubt: man muss Jazz schon sehr mögen – das baut auf ein weit verbreitetes Klischee, des sich selbst speisende Klischees vom Jazz, was nur bedeuten kann, jetzt wird es wieder kompliziert, wo doch alles so einfach wäre, könnte man sich doch nur auf das Einfache einigen, hallo Jazz, warum so kompliziert – zu mögen scheint die Stimme den Jazz weniger – sonst würde sie hier nicht so vorurteilsgeladen und oberflächlich daherkommen, sondern z.B. sich auch mal auf einige der durchaus gelungenen Szenen einlassen: die Beisetzung Farids ist vorbei, die Trauernden sind sich einig, dass das bräsige Beisetzungsritual für die Tradition spricht, nicht aber für Farid, deswegen sie ins Privathaus wechseln, wo dann buchstäblich die Musik abgeht – mein Gott, ja, und dröge sei der Plot. Aua. Was für ein von oben herab. Ein echtes vorurteilsfreies Betrachten, möchte man glauben, typisches Helikoptern.

Etwas differenzierter geht es in der Zeit an die Sache ran, Eine Serie zum Hinhören – dort wird wenigstens von gezeichneten Figuren und Charakteren gesprochen – es schimmert auch etwas in Sachen künstlerische Ausdrucksmöglichkeiten durch – immerhin: die Schauspieler können schauspielern, die Musiker musizieren, hier sind nämlich die Schauspieler Musiker bzw. sind die Musiker Schauspieler – das allein ist schon beachtlich!

Abschließend noch Generation Hab schon alles gesehen, mich lockt nur noch Weltuntergang: eine sterbenslangweilige Serie über Jazz – wenn Fragmentiertes und alles selbst Zusammensuchen spannender ist, immerhin: Der Artikel verweist auch auf Moonlight in dem Andre Holland auch schon zu sehen war mit immerhin beachtlicher Filmmusik von Nicholas Britell.

Ich sag es so – ich war auch schon begeisterter –  bei weitem aber auch schon enttäuschter – konnte schon 3/8 ansehen, ohne mich zu beunruhigen – im Gegenteil gerade das Unaufgeregte und die relativ stimmige Zeichnung der Charaktere sind erst einmal genug, darüber hinwegzuhören, dass der Jazz etwas konventionell daherkommt (Wahrscheinlich um die, die schon beim Wort Jazz zusammenzucken, weil sie glauben, es will ihnen jemand das Haus abreißen, noch bei der Stange zu halten?) – und aber auch da, wo er (der Jazz) sehr gefällig wird, auf der Party im Garten z.B., gibt es wieder die, die vom Stuhl kippen, wenn sie nur ein Kontrabass zu Gesicht bekommen und sich über alles aufregen, sich mit nichts mehr arrangieren wollen, klar ist das Leben zu kurz für einen schlechten Film, hier aber nichtmal zwei Minuten stillsitzen zu können wegen ein paar weniger polyphoner, sondern glasklarer Trompetenstöße – drei Minuten Zuhören – stell dir vor, du hast jemande(n) um dich herum, der/die immer nur die gewohnten Pfade austritt – da kannst du gleich um dein Ende bitten. Multimediale Allesesser den Überdruss an Welt zu jeder Zeit aus sich herausstoßen – und wundern sich nicht, dass nicht die Welt das Problem ist, sondern sie selbst ganz ohne Regie über den eigenen Ton über alles ihre Vorurteile ausschütten. Genießen darf den Corona-Hedonismus, wer eine Prosciutto von einer Tonno unterscheiden kann.

I CALLED HIM MORGAN

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Eine interessante Jazz-Doku von denen, die das Wort Jazz nicht mehr ertragen, weil es ein old white Ausdruck sei für black people … von Kasper Colin über Lee Morgen oder von Bluenote zu B-Flat im letzten Atemstoß – die Frau Morgan also könnte Lees Mutter sein und … nun … ach, ich sehe, bei Universal haben sie es im Griff: Neue Serien bei Netflix vom Echo  Film über Lee Morgan („I Called Him Morgan„) Prädikat absolut sauber. Außerdem im Programm: Jazzikone John Coltrane („Chasing Trane“) (bräsig), Miles Davis, sehenswert: („Birth Of The Cool“), absolut sehenswert: Nina Simone („What Happened, Miss Simone?“) Den hab ich noch offen: Godfather Of Black Music„. Also schnell mal einen Geschenkgutschein Netflix eingelöst – und die nächste Coronawelle abgewartet.

Empfehlungen

Über Corona wollte ich nur noch so viel loswerden, als ich ständig ein Kratzen im Hals habe, mich auf der Straße ständig wie ein Slalomtänzer verhalte, ich allen Mitarbeitern wünsche, dass sie schnell wieder ins Home-Office verschwinden, das wird nun auch aufgelöst – und wenn ich morgens noch atme, weiß ich, es war nicht Corona – es war die Zeitung oder waren es die Internetaffinen, die ihr einzig Leben damit verschwenden, sich jeden Morgen aufs Neue über irgendwelche System-Medien aufzuregen oder sich bevormundet fühlen von der Kanzlerin oder sich voller Mitleid um Donny sorgen, oder gar einen transatlantischen Witz reißen (steht ein Bruder im Nachthemd vor Carona und fragt: wo geht‘ hier zum Jazz?), und vollkommen mit Desinfektionsmittel vollgelaufen zu sein scheinen, mehr verbal als intravenös. Ich verlinke nach hier: Corona-Check in aller Ausführlichkeit

Und gebe weitere Empfehlungen bekannt:

Dave Douglas

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Dave Glasser

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The Sorcerers

  • ein bisschen was Smoothes zum Wegdösen, wenn Sie so wollen: total bräsig, kommt sogar bei denen ohne Jazzohr gut an – sprich Mainstream – sprich keine Angst, beißt nicht, geht rein wie raus – hast du es einmal gehört, gleich repeat: ob das dem Gedächtnis hilft, eine andere Frage – / kommt ohne Plot aus.

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Hungarian Rhapsody von Peter Lehel, Kalman Olah, sehr ambitioniert. In Teilen überdimensioniert – trotzdem.

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Die Aufnahme stammt aus 2002, wird nun als Digi-Produkt für 2020 neu eingespeist – in jedem Fall eine abwechslungsreiche Aufnahme mit einer auf die Haut zeichnenden Gesangsstimme, wahrscheinlich aus dem Budapester Chamber Symphony Orchestra, wie sie heißt, habe ich nirgends gefunden. Vielleicht weiß jemand mehr? Digital Release April 26th, 2020 Peter Lehel / Kálmán Oláh HUNGARIAN RHAPSODY Budapest Chamber Symphony, Trio Midnight, Irén Lovász, Gábór Winand Originally Released in 2002.

Naja, und sonst? Viele Neuerscheinungen. Zuviele würde ich behaupten, einmal mehr: wenn alle das gleiche machen, weiß jeder, was der andere macht. Warum dann so viele? Muss unbedingt mal einen Artikel über die Hörgewohnheiten und vielleicht auch mal zur Berliner Jazzszene schreiben – die gibt es zumindest in der Presse, bald hoffentlich wieder in der Donaustraße und irgendwo aber sicher doch wieder in der Wolke.

Ach so Empfehlungen: Meine Berliner Lieblinge:

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Und und und … Heidi Bayer, Clemens Kuratle, Moonmot, Toivo Quintet, Horst Hansen Trio, Angelo Olivieri, Nick Finzer, Wako, Gerald Cleaver, John Law, jeweiliges Cover mit Link zur jeweiligen Website 

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Kommt gut in die Woche.

2 Gedanken zu “Troy Roberts – Empfehlungen – The Eddy – Dave Douglas – Dave Glasser

  1. Merci vielmals für deine Anregungen, die Fülle.
    Ich hoffe du kommst coronamässig gut über die runden. Hier regnets: jazz time👌

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    1. Lieber Theo, wie immer nur ein Auszug aus einer quasi überbordenden Fülle – aber eh ich gar nichts mehr poste, wenigstens die. Ich finde einfach keinen Rhythmus, das schnäppchenweise anzubieten. Coramäßig bin ich wohlauf, danke der Nachfrage, Du hoffentlich auch, und am allgemeinen Überbietungswettlauf nehme ich einfach nicht teil, hier und da bin ich allerdings überrascht, wie leichtsinnig so manch einer ist. Und auch wie leichtfertig. Ich wünsche Dir weiterhin viel geistiges Futter – schaue immer gerne bei Dir vorbei! Beste Grüße !

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