Streaming Portale

Ich weiß, für die meisten ein alter Hut – und je häufiger man ihn zückt, desto weniger der Groschen, die einem zugeworfen werden, bleiben einem. Wie wenig Ahnung ich inzwischen von der Materie habe, konnte ich bei Neuerscheinung von Nir Felders Album, angekündigt für den Juni 2020, erkennen, er bewirbt sie mit Hinweis auf die Streaming-Dienste von Apple-Music, Spotify und Tidal. Ich nun wieder nicht mitbekommen habe, dass sich schon 2015 namhafte Musiker zusammenschlossen zur Einrichtung eines eigenen Streaming Kanals.

Ich nun über einen Wechsel von Spotify zu Tidal nachdenke. Warum? Nun, einfach gesagt, mir scheint im Sinn der Musikerinnen im reinen Angebot für die Endverbraucher zu wenig an die Künstlerinnen abzufallen, Tabellen und Statistiken gibt es: das allein den Streamingkanälen anzukreiden, scheint aber verkürzt. Um es noch kürzer zu fragen: Welche der Streaming-Dienste ist im Sinn seiner Kulturschaffenden am fairsten in Bezahlung, Tantieme, Abschlag oder Beteiligung.

Abgesehen davon, dass offfenbar die Labels und Plattenverlage die eigentlichen Verwertungsrechte innehaben und das alles eine hausinterne Sache sein soll. Offenbar ist aber. Nischenmusik wie Jazz, Blues oder Klassik (schon absurd, Klassik als Nischenprodukt zu bezeichnen) haben in der Welt der Algorithmen einen ungleich schwereren Stand, da du hier weniger vom Starnimbus ausgehen kannst, als vielmehr von in sich komplexeren Modellen. Ein Orchester hat mehr als fünf Musiker, spielt mehr als einen Komponisten, hat mehr als eine Vorliebe. Die Popstars scheinen erstmal im Vorteil, trotzdem rumort es auch unter ihnen. Da mit Ausschüttung der Rechtewerte an die Labels noch lange nicht die honoriert werden, die tatsächlich Erzeugende der Produkte sind.

Erkennen konnte ich folgende Aussagen: Spotify: Die Musiker werden irgendwann in Jahren endlich in den Genuss ihres Gehalts kommen, wenn erst genug Abonnenten erzielt sind. Welche Jahre noch abzuwarten sind, keine Ahnung. Bei Deezer ist man offenbar schon seit Jahren dabei, ein Quotenmodell zu schaffen, heißt: Tantiemen oder Abogebühren sollen so aufgeteilt werden, wie tatsächlich Musik konsumiert wird. Wenn ich also mit meinen 10 oder 20 Euro nur Jazz höre, sollen meine 10 oder 20 Euro auch tatsächlich nur an die ausgeschüttet werden, die ich höre. So gut so recht, allerdings scheint das kein einfacher Weg, erstens ziehen nicht alle Labels mit, zweitens ist der Konkurrenzgedanke unter den Verwertern so enorm, dass es zu keiner einheitlichen Regelung kommen wird – es sei denn – aber das ist auch geträumt – der Druck käme von den Konsumenten. Fakt ist auch: Je mehr du beworben wirst, desto weniger hilfst du den Musikerinnen. Beispiel: Amazon, Beispiel Youtube oder darin enthalten Google Musik. Die Tortenstücke verraten es: Die Ausschüttung an die Künstler ist bei Alphabet (Google) mit am schlechtesten. Über diese Vorüberlegungen kristallieren sich für mich 3 Player heraus.

Tidal, Qobuz und Deezer. (Deezer immerhin lässt verkünden, dass in diesem Jahr 2020 ein Bezahlmodell für Frankreich (Link aus 2017), jetzt in 2020 soll es endlich so weit sein) angedacht sei, das die Quotenregelung beinhaltet und noch dieses Jahr in eine Beta-Phase übergehen soll. Dann sehe man weiter …)

Bei Tidal sehe ich im Hintergrund Musiker als Betreiber – das scheint erstmal Konzept – und auch Vertrauen wie Misstrauen zu wecken, abgesehen davon, dass die Big Player Alphawesen ihrer Vermarktung sind – wie es sich tatsächlich darstellt – wissen wir nicht. Bei Qobuz wird von der Liebe zur Musik gesprochen, Transparenzen gibt es auch hier kaum. Vereinzelt stößt man auf Produkte wie Bandcamp oder die hier … Playfair unter der Regie von Blogchain – mit einem Angebot, da kann ich nicht mitreden – weil ich zuwenig weiß und kenne.

Frage in den Raum: Auf die Gefahr hin, dass ich vollkommen ablitze. Ziel müsste es sein, zu sehen, dass die 10 oder 20 Euro, die ich im Monat irgendwo reinpumpe, nicht nur bei denen ankommen, die eh nicht mehr wissen, was sie damit anfangen sollen, sondern bei denen, die mir mein Leben mit ihren Aufnahmen maßgeblich verbessern, den Musikern und Musikerinnen meiner Sparte. Was auch Independent mit einschließt.

Lese und blicke ich über den Teich, stöhnen und ächzen dort die von mir präferierten Akteure ebenfalls über ein Artensterben – die Zeit für anspruchsvolle Musik oder andere Musik oder für die Vielfalt der Musik scheint sich, betrachtet man die Charts und die Playlists, gegen Vielfalt, gegen Ambitioniertheit, gegen Sparte, Nische oder Diversität verschworen zu haben, am Ende gibt es nur noch Möhren und Kartoffeln, weil wir den Rest vergessen haben zu unterstützen oder zu fördern.

Einen Ausweg scheint der Selfproduced- sprich Eigenverlag- sprich Selfpublisherweg zu sein, aber da weiß man, dass nicht jeder die Selbstvermarktung beherrscht – zumal, was immer gilt: Bekannt wird man weniger durch lautes Werben in eigener Sache, sondern durch leises und zufälliges von Mund zu Mund wispern …

Nochmal. Auf die Gefahr hin, dass ich heute Abend genauso schlau bin wie gestern – ich hätte gern ein paar Anregungen, wie dem allgemeinen Trend zur Verklumpung, sprich zur Monopolisierung entgegengewirkt werden kann, auch bin ich schon lange kein Verächter mehr des Streamens, im Gegenteil, es bietet für vergleichsweise wenig Geld pro Kopf eine unglaubliche Fülle an Möglichkeiten, etwas zu entdecken oder zu testen, sprich, für Musikerinnen bietet es immer auch die Möglichkeit der Werbung, auch wenn vieles durch ein zuviel der Möglichkeiten schnell wieder in den Hintergrund tritt. Noch immer sind auch Radiostationen, Fernsehanstalten, Konzertveranstalter und Clubbesitzer maßgeblich daran beteiligt, soviele Künstler und Künstlerinnen irgendmöglich „zu heben“ – im Umkehrschluss aber auch häufig „auszuhebeln“. Wer nicht zufällig im Besitz eines Vertrags ist mit Vorschusszahlung oder gar Inhaber eines Lehrstuhls oder etwa im Genuss familiärer Unterstützung – hat es ungleich schwerer, entdeckt zu werden – die Vetriebswege sind nicht selten ein Buch mit sieben Siegeln und wer nicht bei „den Großen“ unterkommt, scheint fast chancenlos. Man darf auch nicht unterschätzen: Jeder sitzt mehr oder weniger allein mit seinem Smartphone oder seinem Laptop im Cafe oder im Park oder im Home-Office – und nicht wenige pflegen einen eher „professionellen“ Blick gleich Klick auf all die Angebote, der One-Click-Wonder-Effekt wird durch weiteres Hin- und Wegklicken häufig gleich zum Erst-Klick-Entwerter, die Zeit, sich mit all dem auseinanderzusetzen, läuft allen davon, da scheint für Avantgardistisches oder für Exotisches jede Mühe zu spät. Und trotzdem, nichts folgt einem statischen Prinzip und nichts, was jetzt ist, scheint von Dauer, deswegen meine innere  Ethikkommission zur Räson ruft, zum Innehalten. Zum Austarieren der Hin- und Wider: wer behandelt die, auf deren Basis sein Geschäftsmodell stattfindet, am besten? Ja, durchaus eine moralische Frage.

Aus Verbrauchersicht kurz zum Vergleich:

Spotify – Positiv: ein enormer Pool, fast nichts, was es dort nicht gibt. Gute und leicht bedienbare Software. Ziemlich passgenaue Hörangebote in Neuerscheinungen und anderen Playlists. Negativ: Keine HiRes oder CD-Qualität, nur komprimierte Formate. Bezahlung der Musiker im weniger attraktiven Bereich für Independent- und Jazzmusiker – im naturgemäß attraktiven Bereich für alles was Mainstream.

Deezer – Positiv: ebenfalls leicht bedienbare Software, ähnlich Spotify. Der Gedanke, nicht mehr nach dem Gießkannenprinzip auszuschütten, sondern nach Hörervorliebe speziell auch für Independent und Jazz erscheint attraktiv für Musikerinnen. Wann das auch in Deutschland in Frage kommt – keine Ahnung. Negativ: In meiner Sparte bis zu 10 % weniger Musiker als bei Spotify – Kein Mix von Abo mit CD-Qualität und Familie, jedem Familienmitglied müsste man jeweils CD-Qualität anmieten, das würde bei vier Köpfen teuer werden –  Familie muss also mit komprimiertem Format leben. Oder nur Papa hört High-Qualität auf eigene Kosten, die anderen werden es schon nicht merken?

Qobuz – Positiv: die Artikel pro Künstler sind informativ und jounalistisch ansprechend – Die Auswahl für Jazz und Klassik ist gut bis sehr gut. Die Klangqualität unübertroffen. Negativ. Die Software neigt zu Zickereien – vor mehr als einem Jahr hatte ich das am Laufen, es gab häufiger Unterbrechungen der Streams, ich musste wiederholt alle Caches ausleeren und Downloads löschen (Stand 2017/18). Softwareoberfläche wirkte schick, aber zäh. Das Preismodell eher verwirrend. Denn HiRes, machen wir uns nichts vor, gibt es nur für ca. 10% der Aufnahmen, CD-Qualität reicht m.E. aus – hat ja nicht jeder ein absolutes Gehör.

Tidal. Positiv die Menge an gelisteten Titel. Hatte ich bei Deezer beim Überspielen der Playlists mehr als 10 % Ausfall oder Fehler – was auch an der Software  tunemymusic gelegen haben mag – ist die Quote hier deutlich niedriger. Das Portal hat natürlich die Angebote sehr Rap und HipHop lastig, im Bereich Jazz kann ich nicht klagen. Im Gegenteil, es besticht die durchgängig gute Tonqualität. HiRes ist eher Ausnahmefall, sagte ich schon. Negativ: Keine Community, du bist auf dich selbst gestellt und die Playlists sind samtsonders redaktionell. Nach dem Motto, lass nicht das Plenum sich über Musik austauschen? Die eigenen Playlists sollst du dann bei Facebook oder Twitter bekanntmachen – wollten wir nicht weg von den Monopolen? Negativ auch. Die Software ist in der Oberfläche so leicht zu bedienen wie Spotify oder Deezer – hat aber hier und da Zicken: Auf PC oder Laptop kann man keine Musik offline abspielen, nur auf Handheld und Smartphone – müsste zwingend nachgebessert werden.  Das Verschieben von Akteuren innerhalb der Playlist geht nur über mehrfaches Absetzen. (PC-Version)

Die Links

Initiative für ein neues Vergütungsmodell: https://www.deutschlandfunkkultur.de/tantiemen-im-streamingmarkt-initiative-fuer-ein-neues.2177.de.html?dram:article_id=458982

grafik_musik_streaming_wer_zahlt_am_besten

(veraltet, aber in der Tendenz wahrscheinlich richtig. Nur so am Rand: Xbox-Music gibt es nicht mehr.)

Stiftung Warentest: https://www.test.de/Musik-Streaming-Ein-Aussenseiter-schlaegt-Spotify-und-Co-5059583-5059597/

Sven Regener: https://www.deutschlandfunk.de/sven-regener-streaming-dienste-sind-ein-ein-euro-shop-der.807.de.html?dram:article_id=298379

Exot oder Zukunft?https://resonate.is/

Sueddeutsche – Streaming: Die Macht der Liste

TAZ – Im digitalen Ramschladen Ohne Spotify, Apple Music & Co. geht nichts, aber Musiker profitieren kaum davon

Deutschlandfunk – Musik wie ein Sofakissen Streamingdienste verändern nicht nur die Art, wie Hörer Musik konsumieren

Deutschlandfunkkultur – Kann man verantwortungsvoll Spotify hören?

SWR – Spotify, Deezer & Co: Warum die Vergütung für Musikstreaming verbessert werden muss

bonedo – Musikstreaming – sind Spotify & Co. fair für Künstler?

Pitchfork: How to Be a Responsible Music Fan in the Age of Streaming

Die ZEIT: Haste mal nen Cent für die armen Künstler?

Und klar … die herkömmlichen Vertriebswege gibt es noch immer … von der CD, der LP zum handfesten Download … was spricht dagegen, das steuerlich geltend zu machen – warum nicht – ?! (Link wird eingebaut, sobald ich etwas finde)

 

 

11 Gedanken zu “Streaming Portale

  1. Hallo Clemens. Ich kann den Streaming Diensten nichts abgewinnen. Und außer Qobuz, was ja kein reiner Streaming Dienst ist, verwende ich auch keinen.
    Qobuz geht für mich nur für die Klassik die ich auf Bandcamp nicht finde. Auf Bandcamp gab und gibt es immer wieder Aktionen für die Musiker, wo 70 % bis 100 % vom Verkauf ausgezahlt werden.
    In kürze gibt es wieder solche Aktionen. (https://daily.bandcamp.com/features/bandcamp-covid-19-fundraiser).
    Ich habe in den letzten Wochen soviel Musik wie noch nie gekauft. Meist bei den Musikern direkt. Was noch immer der beste Weg ist. Das finden ist zwar ein wenig schwierig, aber es geht. Das liegt in unserer Verantwortung. Auch wenn es teurer ist. So wähle ich gezielter aus und dann gern mit etwas mehr Geld.
    Intakt Records mit seinen Abo System ist auch Beispiel wie man direkt unterstützen kann.

    Wir Verbraucher sind doch diejenigen die etwas mit unserem Handeln verändern können. Was wir nicht bezahlen, wird nicht überleben.

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    1. Hallo Henry,
      Ich bin in Sachen Bandcamp dacore. In Sachen Macht des Einzelnen eher weniger. Ich Clemens habe ein bestimmtes Budget für Kunst und Kultur. Gleichzeitig will ich viel wissen von Kunst und Kultur. Ich will also einen Mehrwert erzielen mit meinem Budget. Und eins darf ich Dir gern verraten, das Geld, das ich für Pat Metheny ausgegeben habe in meinem Leben, hätte ich gerne zurück! Im Scherz geschrieben jetzt. Moralisch gesehen bist Du auf der sicheren Seite. Trotzdem. Vergegenwärtige Dir mal die Umsätze der Streamingplattformen und damit einhergehend die Umsätze der Plattenlabels, da wird ein riesen Geld umgesetzt, und sie schaffen es nicht, für eine faire Bezahlung zu sorgen? Da werde ich zum Gewerkschafter. Zu Deinem Schlusssatz nur so viel: Was mich pleite macht, meine Hausbank, muss ich auch noch bezahlen, als Steuerzahler. Das ganze Geld hier, inzwischen klar, ist doch nur noch abstrakt. Konkret fließt es in die immer gleichen Säckel, da müssen ein paar Zapfhähne angesetzt werden – damit uns die Vielfalt erhalten bleibt und nicht am Ende nur die Kartoffel. Nochmal: Bandcamp, gebe ich Dir recht, scheint das musikerfreundlichste Format darzustellen. Trotzdem habe ich auch da ein Unbehagen. Weil hin und her macht Taschen leer. Mir geht es ja nicht um Direktfinanzierung von Musikern, das kann man auch über Akademien und Schulungszentren, über Verträge mit den Labels – über Stipendien hinkriegen – es geht mir mehr um die ungezügelte Macht des Marktes, hier in Gestalt von Logarithmen und Manifesten falscher Zusagen: Deezer spricht von seinem Tantiemenmodell schon seit mehr als fünf Jahren. Passiert ist nichts. Dieses Jahr soll es endlich kommen, wir werden sehen.
      Im Übrigen, ich finde Streaming ziemlich groß: Voraussetzung für mich ist, dass man es alles runterladen kann und offline hören. Da kannst du wunderbare Sachen zusammenstellen, das kriegst du niemals zusammengekauft – das wäre dann einfach zu teuer. Nochmal: Ich habe hier drei Exemplare Eric Clapton Just One Night, als Vinyl. Eine hat auf dem Heizkörper gelegen und ist krumm und schief und verbogen, eine hat drei Kratzer abbekommen, weil meine Damalige die Scheibe mit einem Frisbee verwechselt hat. Das dritte Exemplar wurde mir geschenkt. Steht jetzt im Regal. Wenn ich sie hören will, muss ich einen Plattenspieler aus dem Nebenzimmer aktivieren … das führt jetzt zu weit. Ich höre sie nämlich, dreimal darfst du raten: wenn dann digital. Die ist in so einigen Playlists eingebaut. Aber das letzte Mal dass ich sie gehört habe war dreimal darfst du raten: in Master Qualität auf Tidal gestern! Das ist schon Wow. Ich weiß sowas kriegen Phono-Liebhaber auch mit ihren Röhrenverstärkern hin. Ich musste 55 Jahre leben um das jetzt so zu hören, da dürfte selbst der liebe Eric nochmal auf die Bühne wollen. Soviel hier zu, und wusste gar nicht, dass wir auch mal unterschiedlich drauf sind. Ich werde mir das Bandcamp nochmal genauer angucken. beste Grüße!!!

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  2. Im übrigen ist am 1.5.2020 auf Bandcamp ein Aktionstag wo alles aus den Verkäufen zu 100% an die Musiker geht. Gibt es so etwas auch bei den Streaming Diensten ?

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  3. Mir geht es letztlich um folgendes: die Musiker und Künstler, die das Produkt erzeugen, erschaffen, kreieren, das über die Streaming Dienste vermarktet wird, sind am unteren Ende der Pyramide. Aber nur durch sie können Streming Dienste überhaupt funktionieren. All diese Plattformen können rein gar nichts aus sich heraus. Außer wohl Spotify die einen Weg gefunden haben Musik selbst zu generieren und daran zu verdienen. Aber das habe ich auch nur gehört. Die sind mir eh unheimlich.
    Natürlich habe ich auch keine unbegrenzten Mittel zur Verfügung und Platz auch nicht. Obwohl ich mir schon wieder ein CD Regal kaufen muss 😉
    Jeder muss damit für sich klar kommen und seine Prioritäten setzen. Was will ich und was will ich nicht. Playlists sind mir egal. Das wäre ein Beispiel. Für mich ist das digitale eh schon Fortschritt genug. Überall kann man es mit hinnehmen, das ist schon toll. Qualität auch klar. Flac ist Minimum und gern besser.
    Aber das wichtigste ist es die Musiker und Künstler zu Unterstützen. Und wie das der Einzelne macht, dass ist wieder eine andere Geschichte.
    Warum sollen wir nicht unterschiedlicher Meinung sein. Alles andere wäre doch langweilig 😉

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    1. Würde ja gern noch einiges sagen zu Deinem Beitrag, aber leider drückt schon wieder die Zeit. Derzeit habe ich einen sechszehn Stunden Tag und will mir auch noch das Rauchen abgewöhnen.

      Tja. Wie die Musiker unterstützen. Ich weiß es einfach nicht mehr. Man gibt sein ganzes Geld dafür hin und dann dürfen sie nichtmal Konzerte machen. Ist ja im Prinzip das Gleiche mit Schriftstellern. Geschweige denn Maler und Bildhauer. Freund von mir ist Bildhauer. Das geht bei ihm nur über Professor, über Mäzene und Agenten. Du brauchst Agenten und Supporter und viel Geduld. Und dann – droht der Markt dich zu vergessen. Im Übrigen. Meine Lieblingsscheibe ist die Slowhand von Clapton Just One Night – und in HiRes ist das echt ein Hammer. Ich möchte Streaming inzwischen gar nicht mehr missen. Setze das ja so um: Was mir gefällt, lade ich mir runter. Dann kann ich offline immer drauf zugreifen und muss nicht immer Serverenergie strapazieren. Was mir überhaupt nicht gefällt: Dass sie wie sie heißen meine Hörgewohnheiten auf Dauer manipulieren wollen. Und Spotify ist tatsächlich inzwischen eine Krake. Und dass sie in Eigenkomposition einsteigen ist eigentlich ein Skandal. Aber unvermeidlich. Die Programmierer sind eben größenwahnsinnig – bin ja selber einer – und weiß, dass es da keine Grenzen gibt, wenn dich der Hafer sticht und packt, dann machst du das eben, das ist ein Junkie-Job … und daher so bedrohlich und auch gefährlich. Das werden Du oder ich nicht mehr stoppen. Das geht nur über Konkurrenz und Alternative. Bandcamp ist sicher eine. Und der Frust der Musiker wird sicher noch einiges an weiteren Alternativen ermöglichen oder entstehen lassen. (Bin aber trotzdem der Meinung, dass auch Spotify & Co eine mindestens gelbe Karte gezeigt werden muss. Dass ich mich von ihnen abwende, wird sie aber kaum jucken. Facebook hat sich auch nicht gewundert, als ich da alles dicht gemacht habe. Ich glaube, im Gegenteil, es geht ihnen immer noch glänzend. (Und du hast ja so recht. Da ist noch nichtmal was dahinter. Das ist ja leer, und deren KI-Konzepte sind einfach peinlich. Sie überdeterminieren die User und machen sie sich gefügig. Das ist schon gruselig.) Davon ab: deswegen ich mit Spotify auch brechen will. Qobuz habe ich genutzt, aber da gab es doch zu häufig technische Schwierigkeiten. Tidal ist jetzt neu für mich. Aufgebaut wie Spotify und Fan von Jay-Z Beyonce Rihanna oder Madonna (die ja da wohl maßgeblich mitgegründelt haben) bin ich nun auch nicht gerade, aber immerhin schütten sie pro Stream wesentlich besser aus. Das Modell von Deezer finde ich noch interessanter. Allerdings scheint mir das ein Marketing-Coup zu sein.

      Kurz zum Abschluss: Die hier finde ich richtig interessant: Heidi Bayer (https://www.heidi-bayer.de/) und Clemens Kuratle. (http://www.clemenskuratle.com/) Heidi Bayer hat auf Spotify 10 Follower. Zehn. In Zahlen 10. Verstehst du. Das ist unglaublich. Zehn. Clemens Kuratle macht das alles in Eigenregie und hat immerhin 76 Follower und immerhin auch schon mehr als 18.000 monatliche Hörer – macht es in Eigenregie. Eine enorme Leistung. Trotzdem noch sehr überschaubar. So. Wie nun bringt man die nach vorn? Brauchst wieder Mentoren. Manager, Verlage, Vertrieb. Etc. Ich sehe einfach nicht, wie diese Leute bestehen wollen, ohne auch kommerziellen Mist machen zu müssen, was ihnen wiederum Zeit raubt. Undsoweiter. Während auf der anderen Seite … Henry, ich weiß nicht, ich weiß es einfach nicht. Ich bin auch kein Profi für den Bereich. Das ist mir alles ein Buch mit sieben Siegeln. Die beiden Genannten wirklich ausgezeichnete Musikerinnen und Helene Fischer macht das Geld. Krieg ich einfach nicht hin. Gehe so über den Alexanderplatz und denke für mich. Ich krieg das einfach nicht hin. Dieses ganze nette Volks da – was für nette Leute, und keiner von denen kennt Heidi Bayer. Niemand. Helene Fischer kennen sie alle. Heidi Bayer kennt keiner. Was tun?

      ich muss los

      Grüße

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